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                       Evangelische Kirchengemeinde
           
                Bohnsdorf-Grünau
             

                                                  


  Paul – Gerhardt – Gemeindeheim

Reihersteg 36-38
12526 Berlin

Tel: 030 / 676 10 90

                                                                     Fax: 030 / 67 80 99 55

                Losung November 2017           
          

           
  Gott spricht:
               Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.

             2. Mose 37,27         
            

       
Liebe Gemeinde,             
                
                
       in diesem Jahr begehen wir unter anderem auch 100 Jahre Oktober - Revolution.
               Die Visionen von Karl Marx mussten sich plötzlich in der " Diktatur des Proletariats " bewähren.
               Mit der Ankunft Wladimir Iljitsch Uljanowsk, genannt Lenin, aus der Schweiz übernahmen die
               Bolschewiki die Macht nach der Februarrevolution, die das Zarenreich beendet hatte.
               Auch für die Kirche und ihre Mitglieder änderte sich viel, galt sie doch als zutiefst mit dem Zarenhaus
               verbunden. Kirche und Religion hatten fortan keine Rolle mehr zu spielen, mit der Folge jedoch,
               dass sich die Gläubigen heimlich im Verborgenen treffen mussten. Gerade in dieser Situation
               bildeten sich Formen des Glaubens heraus, die vieles bewahrten, was in anderen Kirchen verloren
               ging. So haben die Russlanddeutschen alte Texte und Melodien in ihrem Liedgut überliefert.
               Aber auch die kirchlichen Bräuche wurden unter dem Druck der Geheimhaltung auswendig
               gelernt und über Generationen mit wortgenauer Treue weitergegeben. Eine aus dem Gedächtnis
               aufgezeichnete Taufformulierung einer russlanddeutschen Gemeinde entsprach bis auf wenige kleine
               Abweichungen der aktuell in unserer Kirche gebräuchlichen Liturgie.
               Die Zusage Gottes, dass er unter uns Menschen wohnen will, stammt aus dem Buch Mose vom
               Anfang der Bibel. Sie wurde in einer ähnlichen Situation der Schutzlosigkeit und Heimatlosigkeit
               gegeben, in der sich auch die Russlanddeutschen befanden. Die Verheißung der Nähe Gottes,
               der bei uns Menschen wohnt und unser Gott ist, sie gilt auch der neuen Welt. Sie bleibt eine Vision
               der Hoffnung in Zeiten der Not und sie steht leuchtend als Ausblick für die Zukunft.
               Damit verbindet sich die Nähe Gottes, der selbst das geknickte Rohr nicht abbricht und auch einen
               glimmenden Docht nicht löscht. Dieser Gott fragt nach dem Einzelnen, seinen Wünschen und Sorgen
               und sei er noch so hinfällig wie ein glimmender Docht oder ein geknicktes Rohr. Die Herrschaft
               Gottes erweist sich in der Hilfe für die Bedürftigen, den Schutz für die Schwachen und die Hoffnung
               für die Niedergedrückten. Jesus, den wir auch " Immanuel " nenne, Gott-ist-mit-uns, er bezog
               die alte Weissagung auf sich, dass er gesandt ist, um den Gefangenen zu predigen, dass sie
               frei sein sollen und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit ( Lukas 4,18 ).
              
               Die Zuwendung zum Nächsten ist ein Kennzeichen einer lebendigen Gemeinschaft. Auch eine
               Gesellschaft lebt von der Zuwendung zu den Schwachen - vor und nach den Wahlen. In einer
               politischen Vision im biblischen Psalm 85 heißt es ganz poetisch, dass Gott dort bei den Menschen
               wohnt, wo " Gerechtigkeit und Friede sich küssen. "              
                         

                               
               Ihr Ulrich Kastner